Dass zu Maria Himmelfahrt landauf und landab Kräuter gesegnet werden, kommt nicht von ungefähr. Nein, die Kräutersegnungen haben eine lange Geschichte und die fußt, wie viele Bräuche und Traditionen, auf der Zeit vor dem Christentum.

Blumen und Kräuter streute man den Göttern schon langem bevor das Christentum Fuß fassen konnte. Kräuteropfer drückten aus, wie dankbar die Menschen für den Schutz der Götter und die Heilkraft der einzelnen Pflanzen waren. Darüber hinaus entwickelten sich die Kräuteropfer zu liebgewonnenen Traditionen, die die Menschen auch nicht gerne ad acta legten, als das Christentum die heidnischen Götter auf die hinteren Ränge verdrängt hatte. Auch ein Verbot der Kräuteropfer änderte daran wenig. Was also tun? Erst die Verbindung der Kräuter- und Blumensegnungen mit Maria lenkte hier wieder alles in geordnete Bahnen - und so ist es seitdem.

Wie ein Kräuterstrauß zu Maria Himmelfahrt allerdings gebunden zu sein hat, das ist oft eine ganz eigene Wissenschaft für sich.

Zahlensymbolik

Von mindestens sieben bis maximal 99 verschiedenen Kräutern und Pflanzen, die in einem Marienstrauß gebunden werden, reicht die Palette an regionalen Traditionen. Jede Zahl trägt dabei natürlich eine ganz eigene Bedeutung. 

  • Sieben: in sieben Tagen erschuf Gott die Welt. Die Sieben gilt daher auch als Zahl der Vollendung.
  • Neun: drei mal drei ist neun und drei ist die Zahl der Dreifaltigkeit - also Vater, Sohn und Heiliger Geist.
  • Zwölf: verweist auf die zwölf Apostel aber auch auf die zwölf Stämme Israels
  • Vierzehn: 14 Nothelfer kennt der Volksglaube
  • Vierundzwanzig: hier verdoppelt sich die Zwölf (Stämme Israels und Zahl der Apostel). Durch die Doppelung wird zudem auf das Alte und das Neue Testament hingewiesen.
  • Neunundneunzig: eine weitere Zahlenkombination, die auf die Dreifaltigkeit verweist. Denn 99 ist dreiunddreißig mal drei. 

Welche Kräuter gehören in einen Strauß?

Welches Kraut in so einem Marien-Strauß auf keinen Fall fehlen darf, darüber variieren die Angaben von Region zu Region und Tradition zu Tradition. Häufig aber finden sich Arnika, Baldrian, Frauenmantel, Kamille, Schafgarbe, Salbei, Johanniskraut und auch Liebstöckel in den Gebinden. Nicht selten wird der Strauß auch um eine Königskerze herum gebunden. Als Faustregel aber gilt hier, dass all jene Kräuter verwendet werden, die um den 15. August blühen - mit Ausnahme des Johanniskraut, das schon früher gepflückt werden kann. Varianten sind dabei natürlich immer erlaubt.

Was tun damit?

Die gesegneten Kräuter sollten den Segen auf Haus und Hof, Mensch und Vieh weitertragen. Deshalb wurden sie auch wie Palmbuschen aufgehängt, mit Weihrauch vermischt oder auch den Tieren unter ihr Futter gemischt. Im Grunde geht es auch bei den Kräuterbuschen zu Maria Himmelfahrt um Schutz, den man sich für sich und andere erhoffte.

Die Legende besagt, ...

Übrigens, warum Maria mit Blumen und Kräutern in Verbindung gebracht wurde, erklärt auch eine alte Legende. Demzufolge sollen die Apostel das Grab Marias drei Tage nach ihrem Tod leer aufgefunden haben. Einzig der Duft von Blumen und Kräutern erinnerte noch an sie. So erzählt man sich.

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