Die Perseiden sind im Anmarsch und das heißt: Es darf wieder gewünscht werden! Das weiß jede und jeder. Dass Sternschnuppen aber auch "Laurentiustränen" genannt werden und vor allem, warum das so ist, das wissen vielleicht schon weniger.

Eigentlich ist das mit der Erklärung für die Sternschnuppen gar nicht so schwer. Was die Perseiden betrifft, so könnte das beispielsweise so klingen: Die Perseiden, das ist eigentlich eine große Staubspur, die der Komet Swift-Tuttle auf seiner Bahn hinterlässt. Diese Teilchen treffen, meist um den 10. August, auf die Atmosphäre der Erde und was wir dann als Sternschnuppe am dunklen Nachthimmel sehen können, das ist gar nicht das verglühende Staubkörnchen selbst, sondern die dadurch erhitzte Luft, die aufleuchtet. Stark vereinfacht, klingt das doch irgendwie logisch und verständlich.

Laurentius und der Schatz der Kirche

Dann, also natürlich schon vor der Komet Swift-Tuttle 1862 entdeckt wurde, kam der Heilige Laurentius. Der lebte im dritten Jahrhundert und war als Diakon des Papstes für die Verwaltung des Kirchenvermögens zuständig. Laurentius verwendete den Kirchenschatz vor allem, um damit Armen und Bedürftigen zu helfen. Kurz bevor Papst Sixtus II. auf den Befehl Kaiser Valerians enthauptet wurde - Stichwort Christenverfolgung -  übergab er den gesamten Kirchenschatz angeblich seinem Diakon Laurentius. Das ließ sich der Kaiser natürlich nicht gerne gefallen und stellte Laurentius ein Ultimatum. Innerhalb von drei Tagen sollte dieser mit dem Schatz herausrücken. Sollte Laurentius sich weigern, so stellte man ihm Folter und Hinrichtung in Aussicht. 

Die drei Tage verstrichen und Laurentius zog mit einer Schar von Armen, Kranken und Bettlern vor den König. Denn diese Menschen seien der wahre Schatz der Kirche. Dass dem Kaiser Derartiges gar nicht schmeckte, kann man sich denken, und Laurentius wurde - angeblich am 10. August - auf einem glühenden Eisenrost hingerichtet, weshalb er bis heute als Patron der Köchinnen und Köche gilt.

Fallende Sterne, leuchtende Tränen

Und so tragisch es auch ist, mit seinem Tod kommt man auch den Sternschnuppen schon deutlich näher. Denn besonders gut zu sehen sind sie um den 10. August, also dem Gedenktag des Heiligen Laurentius. Der Volksmund besagt deshalb, dass das kurze Aufleuchten am Himmel nichts anderes ist, als eine Träne des Heiligen, die sich auf den Weg zur Erde gemacht hat. Und wer eine solche Träne dabei erwischt, wie sie durch die Nacht fällt, der darf sich etwas wünschen. Aber warum eigentlich? Naja, ganz geklärt ist die Sache mit dem Wünschen nicht. Eine Erklärung dafür hängt mit dem Heiligen Laurentius beziehungsweise den Heiligen an sich zusammen, denen ja nicht selten eine zwischen Himmel und Erde vermittelnde Rolle zugeschrieben wird. Schickt man nun also mit dem Fallen einer "Laurentiusträne" einen Wunsch in den Nachthimmel, so ist es, als würde man diesen Wunsch direkt beim Heiligen selbst deponieren. So zumindest erklärt es sich der Volksglaube.

Es geht auch märchenhafter

Alternativ zum Martyrium des Laurentius bietet sich aber auch eine wesentlich leichter verdauliche Geschichte als Erklärung für die fallenden Sternschnuppen an. Sternschnuppen seien, so erzählten es die älteren Generationen den Kindern, wenn es zu dämmern begann, nämlich kleine, brennende Kerzendochte, die den Engelchen beim Putzen der Himmelslaternen Richtung Erde gefallen sind. Und weil die Engel den Dochten natürlich nachgeflogen seien, hätten sie auch gehört, was sich die Kinder wünschten.

Wenn Wünsche in Erfüllung gehen...

Übrigens, und auch das kennt man aus vielen märchenhaften Erzählungen, sollte man sich immer ganz genau überlegen, was man sich wünscht. Denn es könnte ja tatsächlich in Erfüllung gehen...

PS: Eine schöne Genealogie von Sternschnuppe bis Asteroid hat ZEIT online zsuammengestellt »

Fotocredit:  Nick Owuor (astro.nic.visuals) / Unsplash / CC0